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Paul McCartney

 

Ich Marzahn, du Jude

Herr Marzahn singt sich eins

Es war ja zu erwarten, dass Herr Marzahn sich eines Tages am britischen Adel vergreift. Das war auch zu schön: Da schreibt doch Paul McCartney ein Lied mit dem Titel Hey Jude, und damit muss er einfach Juden gemeint haben, meint Norbert Marzahn. Die Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen.

Ritter Paul McCartney, von der Queen of England zum Ritter ernannt, hat den echten Juden, dem Stamm Juda, fruehzeitig eine sehr schoene Hymne geschrieben. Ich nehme an, dass in dieser Zeit der ganze Stamm aus seinem Dornroeschenschlaf geweckt wird. Damit wird das Lied nun fuer viele brandaktuell:
Hey Jude, don't make it bad
Take a sad song and make it better
Remember to let HER into your heart
Then you can start to make it better

Norbert Marzahn[1]

Einige Leute haben Norbert Marzahn darauf hingewiesen, dass mit "Jude" John Lennons Sohn Julian gemeint war. Ihrer Ansicht nach hat McCartney den Namen nur verändert, weil "Jude" besser ins Versmaß gepasst hätte. Diese Leute haben aber die Rechnung ohne den Dichter gemacht.

Ich *weiss*, dass McCartney faehig gewesen waere, das Lied "Hey Jules" zu nennen, wenn er es dem Sohn von Lennon gewidmet haette, obwohl er Lennon nicht mochte und umgekehrt.
(...) Es ging um die witzig-abstruse Theorie, dass McCartney mit "Jude" das Lennon-Baby gemeint habe. Dieses war noch nicht soweit, die "schwere Last der Welt" fuehlen zu koennen. Und es hiess eben auch nicht so, reine Ablenkungstheorie.

Norbert Marzahn[2]

Inzwischen gibt es eine autorisierte Biographie, in der Paul McCartney zu diesem Punkt Stellung nimmt. Das hört sich in Paul McCartneys eigenen Worten folgendermaßen an:

PAUL: Die Idee zu "Hey Jude" kam mir unterwegs im Auto, als ich zu Cynthia und Julian Lennon fuhr - das war kurz nach der Scheidung von John. Wir waren seit wer weiß wie lange befreundet, und ich dachte, es müsse verdammt hart sein, wenn man praktisch über Nacht zu personae non gratae wird und einfach so aus dem Leben der anderen verschwindet
(...)
Ich war daran gewöhnt, während der Fahrt nach Kenwood zu komponieren, denn normalerweise fuhr ich ja dorthin, um gemeinsam mit John an irgendwelchen Songs zu arbeiten. Ich begann mit den Worten "Hey Jules" - damit war Julian gemeint - "don't make it bad, take a sad song and make it better". Ich wollte damit sagen: "Hey Julian, laß dir diese schreckliche Geschichte nicht zu sehr zu Herzen gehen."
(...)
Als ich bei Cynthia und Julian eintraf, war der Song in groben Zügen fertig. Ich änderte den Namen in "Jude", denn ich fand, das klang irgendwie besser.

Barry Miles[3]

Wie hat Herr Marzahn noch gesagt? Eine "reine Ablenkungstheorie" wäre das gewesen? Er wird sich wohl mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass Sir Paul McLevy einer unserer Mitarbeiter ist.

Dumm gelaufen.

Aber das macht nichts. Es gibt ja noch genug Berühmtheiten, bei denen Herr Marzahn es gelegentlich mal versuchen kann.

Und so turnt er denn auf der Suche nach der Wahrheit weiter durch den Birnbaum der Erkenntnis, und ab und zu schallt's durchs Gehölz: "Ich Marzahn, du Jude?"


Anmerkungen

  1. From: n.marzahn@vision.in-brb.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Hallo Jude
    Date: 17 Sep 1998
    Message-ID: <713Sd6UabXB@nm01.vision.IN-BRB.DE>
  2. From: n.marzahn@vision.in-brb.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Re: Hallo Jude
    Date: 24 Sep 1998
    Message-ID: <71VjaxQabXB@nm01.vision.IN-BRB.DE>
  3. Barry Miles
    Paul McCartney, Many Years From Now
    rororo 60892, S. 578f



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